Heimatstadt Hostau - Patenschaft
Die Große Kreisstadt Dillingen an der Donau im Regierungsbezirk Schwaben zählt 18 650 Einwohner. Im Jahre 1111 wird mit den Grafen von Dillingen auch erstmals die Siedlung genannt, deren Stadtwerdung sich wohl im 12. Jahrhundert vollzog. 1220 ist die Burg bezeugt. Durch Schenkung des letzten Dillinger Grafen gelangte die befestigte Stadt 1258 zum Hochstift Augsburg. Vom 15. Jahrhundert bis zur Säkularisation 1803 war Dillingen Residenz der Fürstbischöfe von Augsburg und beherbergte von 1542 bis 1802 eine bedeutende Universität. Deren Tradition setzte bis 1971 die Philosophisch-theologische Hochschule fort. Auf die wirtschaftliche Kraft der mittelalterlichen Stadt weist unter anderem die von Kaiser Karl IV. 1357 errichtete Münzstätte hin. Das Stadtbild wird wesentlich von kirchlichen Bauten bestimmt, unter ihnen die Studienkirche Mariä Himmelfahrt sowie die Konvents- und Universitätsbauten mit ihren langen, schön gegliederten Fassaden. In der ehemaligen Universität ist heute die Bayerische Akademie für Lehrerfortbildung untergebracht. 1945/46 erhöhte sich durch die Heimatvertriebenen die Einwohnerzahl um ein Viertel. Die Neubürger haben wesentlich zur Industrialisierung in den 50er und 60er Jahren beigetragen.
Die Tatsache, dass 1946 ein Transport mit Vertriebenen aus der sudentendeutschen Stadt Hostau nach Dillingen und Umgebung geleitet worden war und bis 1987 neun Hostauer Heimattreffen in Dillingen stattgefunden hatten, veranlasste den Stadtrat am 12. Oktober 1987, die Patenschaft zu übernehmen. Anlässlich der Weihe der Hostauer Standarte und der Erinnerung an die Stadterhebung Hostaus vor 400 Jahren wurde die Übernahme durch die Ausstellung einer Urkunde am 17. Juli 1988 bestätigt. In seinem Grußwort bemerkte der Dillinger Oberbürgermeister, dass heute eine Patenschaft zur Akzeptanz der Heimatvertriebenen, die ihre gesellschaftliche und wirtschaftliche Integration erfolgreich vollzogen haben, nicht mehr notwendig sei. Aufgabe einer zeitgemäßen Patenschaft müsse es vielmehr sein, die Verbundenheit mit der alten Heimat nicht abreißen zu lassen und ihr geschichtliches und kulturelles Erbe zu pflegen. Die Stadt Dillingen fördert die Patenschaft unter anderem durch organisatorische Hilfe bei den Heimattreffen. Im künftigen Anbau des Dillinger Stadt- und Hochstiftmuseums ist eine "Hostauer Stube" vorgesehen.
Patenschaftsübernahme durch die Stadt Dillingen mit Weihe der Hostauer Standarte am 16.und 17. Juli 1988 in Dillingen an der Donau.
